Le Matin

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VDA-Neujahrsempfang 2018

Rund 700 hochrangige Gäste aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Medien kamen zum Neujahrsempfang des Verbandes der Automobilindustrie (VDA) nach Berlin. Der amtierende Bundesverkehrsminister Christian Schmidt sprach ein Grußwort. Unter den Gästen waren zahlreiche Staatssekretäre und Bundestagsabgeordnete sowie Botschafter und Gesandte aus Brasilien, Frankreich, Japan, den Niederlanden, Norwegen, Polen, Rumänien, Russland, der Slowakischen Republik, Slowenien, Spanien, Ukraine, Ungarn und dem Vereinigten Königreich.

Der VDA-Vorstand war mit Dr. Daniel Böhmer (VDA-Vizepräsident, Meiller), Dr. Oliver Blume (Porsche), Dr. Rolf Breidenbach (Hella), Dr. Elmar Degenhart (Continental), Gunnar Herrmann (Ford), Arndt G. Kirchhoff (VDA-Vizepräsident, Kirchhoff) Harald Krüger (BMW), Michael Lohscheller (Opel), Gertrud Moll-Möhrstedt (Akkumulatorenfabrik Moll), Matthias Müller (Volkswagen), Andreas Renschler (Volkswagen Truck & Bus), Gero Schulze Isfort (Krone), Jürgen Spier (Spier), Prof. Rupert Stadler (Audi) und Dr. Stefan Wolf (ElringKlinger) zahlreich vertreten.

Nachfolgend das Statement von VDA-Präsident Matthias Wissmann auf
dem VDA-Neujahrsempfang in Berlin:

„Ich gebe gern zu, dass das heute ein besonderer Abend für mich ist: Ich bin zum elften und letzten Mal Gastgeber dieses Abends. Wie die meisten von Ihnen wissen, habe ich bereits zu Beginn des vergangenen Jahres meinen Abschied, mit Auslaufen meines Vertrages beim VDA, für dieses Frühjahr angekündigt. Und eben haben wir im VDA-Vorstand einstimmig meinen Nachfolger gewählt. Es ist kein Unbekannter, sondern als langjähriger Chef von Ford Deutschland und aktueller Präsident der AmCham nicht nur ein profunder Kenner unserer Industrie, sondern auch ein erfahrener und international vernetzter Vertreter für die Interessen der deutschen Hersteller und Zulieferer. Ich darf Herrn Bernhard Mattes herzlich in unserer Mitte willkommen heißen und bitte Sie, ihn nicht nur mit gebührendem Applaus zu begrüßen, sondern ihm, auch angesichts der Herausforderungen unserer Industrie, das gleiche Vertrauen entgegenzubringen, das ich in den vergangenen elf Jahren erfahren durfte.
Rund 700 hochrangige Gäste aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Medien kamen zum Neujahrsempfang des Verbandes der Automobilindustrie (VDA) nach Berlin. Der amtierende Bundesverkehrsminister Christian Schmidt sprach ein Grußwort. Unter den Gästen waren zahlreiche Staatssekretäre und Bundestagsabgeordnete sowie Botschafter und Gesandte aus Brasilien, Frankreich, Japan, den Niederlanden, Norwegen, Polen, Rumänien, Russland, der Slowakischen Republik, Slowenien, Spanien, Ukraine, Ungarn und dem Vereinigten Königreich.

Der VDA-Vorstand war mit Dr. Daniel Böhmer (VDA-Vizepräsident, Meiller), Dr. Oliver Blume (Porsche), Dr. Rolf Breidenbach (Hella), Dr. Elmar Degenhart (Continental), Gunnar Herrmann (Ford), Arndt G. Kirchhoff (VDA-Vizepräsident, Kirchhoff) Harald Krüger (BMW), Michael Lohscheller (Opel), Gertrud Moll-Möhrstedt (Akkumulatorenfabrik Moll), Matthias Müller (Volkswagen), Andreas Renschler (Volkswagen Truck & Bus), Gero Schulze Isfort (Krone), Jürgen Spier (Spier), Prof. Rupert Stadler (Audi) und Dr. Stefan Wolf (ElringKlinger) zahlreich vertreten.

Nachfolgend das Statement von VDA-Präsident Matthias Wissmann auf
dem VDA-Neujahrsempfang in Berlin:

„Ich gebe gern zu, dass das heute ein besonderer Abend für mich ist: Ich bin zum elften und letzten Mal Gastgeber dieses Abends. Wie die meisten von Ihnen wissen, habe ich bereits zu Beginn des vergangenen Jahres meinen Abschied, mit Auslaufen meines Vertrages beim VDA, für dieses Frühjahr angekündigt. Und eben haben wir im VDA-Vorstand einstimmig meinen Nachfolger gewählt. Es ist kein Unbekannter, sondern als langjähriger Chef von Ford Deutschland und aktueller Präsident der AmCham nicht nur ein profunder Kenner unserer Industrie, sondern auch ein erfahrener und international vernetzter Vertreter für die Interessen der deutschen Hersteller und Zulieferer. Ich darf Herrn Bernhard Mattes herzlich in unserer Mitte willkommen heißen und bitte Sie, ihn nicht nur mit gebührendem Applaus zu begrüßen, sondern ihm, auch angesichts der Herausforderungen unserer Industrie, das gleiche Vertrauen entgegenzubringen, das ich in den vergangenen elf Jahren erfahren durfte.

Matthias Wissmann (r.i.B.), Bernhard Mattes(M.i.B.) und VW-Chef Matthias Müller(l.i.B.) auf dem VDA-Neujahrsempfang

Der VDA ist ein Ort der Debatte, der Diskussion und häufig auch der kritischen Diskussion. Dennoch verfolgen wir alle das gleiche Ziel: Die deutsche Automobilindustrie da zu halten wo sie steht und auch hingehört – technologisch an der Spitze.

Gerade auch wir als Verband hatten in den vergangenen Jahren große Herausforderungen zu meistern. Gleich zu Beginn meiner Amtszeit wurden wir mit der Banken- und Weltwirtschaftskrise vor eine große Bewährungsprobe gestellt. Unternehmen, Politik und Gewerkschaften haben zusammen an einem Strang gezogen. Gemeinsam haben wir es geschafft, die deutsche Automobilindustrie vor dem schlimmsten zu bewahren. Wir haben unsere hochqualifizierten Stammkräfte gehalten, und trotz des Orkans, der über uns hinwegtobte, nicht aufgehört, in Forschung und Entwicklung zu investieren.

In den Jahren danach hat die Politik die Tür für Fernbusse und den Lang-Lkw aufgestoßen und bis heute für akzeptable Rahmenbedingungen für die Automobilindustrie gesorgt.

Ich möchte den Vertretern der demokratischen Parteien, der Behörden und der befreundeten Verbände für die kritische Wegbegleitung über viele Jahre und auch für manche Unterstützung danken. Manche Ereignisse der letzten beiden Jahre haben es Ihnen nicht leichtgemacht, weiter mit Engagement für unsere Industrie einzutreten. Ich kann Ihnen versichern: Diese Branche hat aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt. Sie stellt sich ihrer Verantwortung. Und gerade angesichts der jüngsten Schlagzeilen füge ich hinzu: Die betroffenen Unternehmen haben sich rasch und mit allem Nachdruck von den Vorkommnissen distanziert und die Vorgehensweisen eindeutig kritisiert. Das ist auch die Auffassung des VDA. Das Bewusstsein in dieser Industrie, dass wir uns stets im Rahmen des gesellschaftlich und ethisch Verantwortbaren bewegen müssen – ohne die Innovationskraft zu lähmen –, ist deutlich erkennbar gewachsen und nimmt breiten Raum ein. Wir alle wissen: Ohne ethisches Fundament gewinnt man keine Zukunft.

Gleichzeitig wehren wir uns allerdings gegen jeden Versuch, diese Schlüsselindustrie zu Unrecht unter Generalverdacht stellen zu wollen.

Daher meine Bitte an Sie: Bleiben Sie uns gewogen, wir brauchen Ihren kritischen Rat und auch Ihre Unterstützung.

Wir sagen es durchaus mit Selbstbewusstsein: Nie waren in Deutschland so viele Menschen in der Automobilindustrie beschäftigt – über 820.000 Stammbeschäftigte. Für deren Zukunft streiten und arbeiten wir und deswegen braucht der VDA auch in Zukunft Ihr Wohlwollen.

Es gilt, trotz der Fehler einzelner Unternehmen und vieler negativer Nachrichten in den vergangenen beiden Jahren, immer noch: Deutschland, das ist für den Rest der Welt Fußball und Autos. Und auf beides können wir stolz sein.

Aber klar ist: Es ist nicht alles Sonnenschein. Die Herausforderungen bleiben groß, denn wir sehen eine Schere, die weiter aufgeht: Einerseits wachsen die weltweiten Risiken, wenn wir auf den Iran, nach Nordkorea, auf die USA, auf Russland und selbst auf Europa schauen, Stichwort Brexit oder der Konflikt um Katalonien. Andererseits leben wir in wirtschaftlich guten Zeiten: Unser Marktanteil in China, dem größten Pkw-Markt weltweit, liegt bei rund 20 Prozent.
Der Pkw-Weltmarkt ist seit 2007 um rund die Hälfte gewachsen. Er wird 2018 über
86 Mio. Einheiten liegen. Auch für die Folgejahre ist mit weiterem Wachstum zu rechnen.

Wir drehen die schönsten Pirouetten auf dem Eis, erreichen Bestnoten in Kür und Pflicht, im Wissen, dass es unter dem Eis brodelt.

Daraus folgt: Deutschland braucht eine stabile Regierung, die in den aktuell unsicheren Zeiten jederzeit handlungsfähig ist. Und die eine Antwort in die Welt senden kann, wie es mit Europa weitergehen soll.

Darum bin ich froh, dass der SPD-Parteitag für die Aufnahme von Koalitionsgesprächen gestimmt hat, auch wenn wir als Industrie nicht bei allem, was im Sondierungspapier steht, laut ‚Juhu‘ rufen.

Verantwortung übernehmen auch unsere Unternehmen. Die Automobilindustrie ist wichtig für den Wirtschaftsstandort Deutschland. Wir sind Jobmotor und Innovationstreiber. Ob vernetztes und automatisiertes Fahren, ob synthetische Kraftstoffe oder Mobilitätsdienstleistungen, unsere Unternehmen sind auf allen Spielfeldern aktiv – und in den meisten am Ball.

Technologieoffenheit notwendig für die Mobilität von morgen

Wir bekennen uns zu den Pariser Klimaschutzzielen. Doch ich bitte alle politischen Vertreter heute Abend: Lassen Sie uns den Weg zu diesem Ziel selbst finden. Wir setzen auf Technologieoffenheit. Mit Technikvorschriften oder gar Verboten kommen wir nicht weiter. Die Kernfrage für uns lautet: Wie gestalten wir die Mobilität von morgen klimafreundlich? Die deutsche Automobilindustrie arbeitet kontinuierlich daran, die CO2-Emissionen ihrer Fahrzeugflotten weiter zu senken.

Anspruchsvolle CO2-Regulierung für Pkw

Ob Benziner oder Diesel, unsere Fahrzeuge werden immer verbrauchsärmer und damit umweltfreundlicher. Gleichzeitig setzt die Politik immer neue Reduktionsziele. Die Europäische Kommission hat im vergangenen November Vorschläge für die CO2-Regulierung von Pkw und leichten Nutzfahrzeugen für die Zeit nach 2021 vorgelegt. Demnach müssen die Hersteller die CO2-Emissionen ihrer Neuwagenflotten bis zum Jahr 2030 um 30 Prozent verringern. Das ist keine Kleinigkeit. Unter anderem auch deshalb, weil der Regierungsvorschlag Pkw und leichte Nutzfahrzeuge in einen Topf wirft.

Um ähnlich große Fortschritte bei der CO2-Reduktion wie bisher zu erzielen, muss der Markt für E-Fahrzeuge Fahrt aufnehmen. Das ist eine gemeinsame Aufgabe für Politik und Industrie, unsere Unternehmen leisten dafür die Grundvoraussetzung: In den kommenden zwei bis drei Jahren verdreifachen sie das Angebot von Elektrofahrzeugen auf über 100 E-Modelle. Rund ein Drittel aller weltweiten Patente im Bereich der Elektromobilität (34 Prozent) und des Hybridantriebs (32 Prozent) kommt aus Deutschland. Im Jahr 2025 werden Elektroautos voraussichtlich einen Anteil von 15 bis 25 Prozent an den Pkw-Neuzulassungen haben. Das heißt umgekehrt: Ein Großteil der Fahrzeuge fährt weiterhin mit einem Verbrennungsmotor.

Automobilindustrie leistet ihren Beitrag zur Verbesserung der Luftqualität

Wenn ich sage, dass unsere Industrie Verantwortung übernimmt, dann gilt das auch für die Frage der Luftreinhaltung. Wir wissen, unter welchem Handlungsdruck die Städte bei diesem Thema stehen, und wir leisten gemeinsam mit Bund, Länder und Kommunen unseren Beitrag zur Verbesserung der Situation:

Wir installieren kostenlose Software-Updates bei über 5 Mio. Diesel-Pkw.
BMW, Daimler und der Volkswagen-Konzern beteiligen sich gemäß ihres Marktanteils am geplanten Fonds ‚Nachhaltige Mobilität für die Stadt‘ der Bundesregierung, der industrieseitig 250 Mio. Euro umfassen soll.
Wir haben eine ‚Städte-Initiative‘ gestartet. Das heißt, wir sind auf die Städte zugegangen, die derzeit noch besonders kritische NOx-Werte haben. Gemeinsam suchen wir nach Lösungen, wie kurzfristig die Luftqualität in der jeweiligen Stadt verbessert werden kann. Das reicht von einer raschen Erneuerung der Flotten über den Ausbau von Sharing-Angeboten der Industrie bis zu Verbesserungen der Verkehrssteuerung durch Grüne Welle und Digitalisierung.
Auch die Unternehmen selbst gehen neue Wege: Sie weiten beispielsweise ihr Angebot von Jobtickets aus, führen mehr Home-Office ein und unterstützen Fahrgemeinschaften.
Schon 2016 hat der VDA die ‚Plattform Urbane Mobilität‘ gestartet. Darin entwickeln Unternehmen und Städte gemeinsam Projekte, um Mobilität in Ballungsräumen auch in Zukunft effizient, umweltschonend und sicher zu gestalten.
Heute sehen wir erste Erfolge bei den Stickoxidwerten:

Am Stuttgarter Neckartor wurde 2017 erstmals die Zahl der erlaubten 18 Überschreitungsstunden des Stundenmittelwertes eingehalten. Lediglich drei Mal wurde der Grenzwert von 200 µg NO2/m3 überschritten.
Auch in München wurden die Vorgaben für den Stundenmittelwert erfüllt, der Jahresmittelwert hat sich zumindest verbessert.
Auch die ‚Berliner Luft‘ macht weiter Fortschritte. Bei den Stickoxiden wurden an den Berliner Messstationen zum Teil Werte gemessen, die über dem Jahresgrenzwert liegen, doch sind diese deutlich geringer als an den Hotspots in Stuttgart oder München.
Die Luftqualität in den Städten wird Schritt für Schritt besser. Offensichtlich wirken die Bestandserneuerung und das breite Angebotspaket der deutschen Hersteller, das im vergangenen Jahr auf dem Dieselgipfel beschlossen wurde. Ich bin überzeugt davon, dass wir auf dem richtigen Weg sind.

2018 wird ein spannendes Jahr: für die Politik, für die Automobilindustrie und nicht zuletzt für den VDA. Nun freue ich mich auf unseren heutigen Ehrengast. Bitte begrüßen Sie mit mir Herrn Bundesminister Christian Schmidt.“

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