Le Matin

Switch to desktop

Arthur Knauer-Stutenderby 2018 Derby-Woche

Klare Sache für die Favoritin bei den Holland-Festspielen rund ums Blaue Band. Respektlos war das nicht gemeint, als Paul Hagoort, der Gigant aus dem kleinen westfriesischen Oldetrijne, vor dem zum 30. Mal ausgetragenen Stuten-Derby gefragt wurde, ob er fest mit einem Sieg seiner Avalon Mists rechne und wie sein genialer Vollstrecker diese Mission angehen solle: „Es wäre schön, würden wir die Spitze bekommen - wenn nicht, ist das auch nicht schlimm. Obwohl die beiden Stuten von Dion (Tesselaar; Cahaya und Isabella Boshoeve) tolle Rennpferde sind, glaube ich nicht, dass sie Avalon Mists bezwingen können. Sie hätte auch im großen Derby antreten können, doch dort habe ich ja bereits zwei starke Aspiranten, und ich will mich unbedingt auch mal in die Siegerliste des Arthur-Knauer-Rennens eintragen. Das einzige, was ich mit wünsche, ist ein fairer Verlauf - dann sollte das wohl klappen.“ Gesagt, getan lautete die Vollzugsmeldung um kurz nach 18.30 Uhr.

Fast selbstverständlich lief es nicht so, wie es sich der 40jährige Erfolgscoach gewünscht hatte. Robin Bakker sah keine Veranlassung, in der Startphase Kopf und Kragen zu riskieren und landete prompt lediglich im vierten Paar außen hinter Girlofmanymissions, für die die extrem schwierige Mission - schließlich hatte sie diesen Posten erst nach 500 Metern durch Spur drei beziehen können - nach wenig mehr als einer Runde ruckartig beendet war, Lightning Bo und Laura Vici. An die Spitze war Donna Granata gefegt und hatte die sofortige Anfrage Cahayas um das Zepter rigoros abgelehnt, die daraufhin im Windschatten der Bayerin vor ihrer Trainingsgefährtin Isabella Boshoeve und Intouchable verschwand. Wenn es überhaupt den einen siegbringenden Schachzug gab, geschah der in der langsamsten Phase 1000 Meter vorm Ziel. Bakker polte seine Partnerin auf Attacke, brauste binnen 200 Metern an die Flanke Donna Granatas und hatte umgehend die totale Kontrolle. Drei, vier dezente Handzupfer zu Beginn der Zielgeraden, schon lichteten sich alle Nebel um seine Partnerin, die überlegen davonzog - nur deswegen auf lediglich 1½ Längen, weil ihr Chauffeur sie auf den letzten 50 Metern nur austrudeln ließ und sich lieber herzlicher Grüße ans Publikum befleißigte. Grandios verkaufte sich bei ihrem erst dritten Start Cahaya, die in der internen Stallmeisterschaft zwei Längen vor der viel erfahreneren Isabella Boshoeve blieb. Deutschlands Ehre gegen Oranjes Übermacht rettete die durch einen Reifenschaden gehandicapte Donna Granata um Haaresbreite vor Robbin Bots Intouchable, womit in seltener Eintracht die vier Vorlaufsiegerinnen unter sich blieben - exakt so, wie am Totalisator angeschlagen. Sechs Längen zurück führte Olena den gebeutelten Rest ins Ziel. „Es freut mich besonders für Paul, dass er dieses Rennen gewinnen konnte - mir ist das ja schon 2010 mit Rob de Vliegers Anky Kievitshof gelungen. Ernsthafte Probleme? Die gab’s zu keiner Sekunde“, konstatierte Bakker und war in Gedanken wohl schon beim Sonntag, wo mit Mister F Daag das Double gelingen soll.
Klare Sache für die Favoritin bei den Holland-Festspielen rund ums Blaue Band. Respektlos war das nicht gemeint, als Paul Hagoort, der Gigant aus dem kleinen westfriesischen Oldetrijne, vor dem zum 30. Mal ausgetragenen Stuten-Derby gefragt wurde, ob er fest mit einem Sieg seiner Avalon Mists rechne und wie sein genialer Vollstrecker diese Mission angehen solle: „Es wäre schön, würden wir die Spitze bekommen - wenn nicht, ist das auch nicht schlimm. Obwohl die beiden Stuten von Dion (Tesselaar; Cahaya und Isabella Boshoeve) tolle Rennpferde sind, glaube ich nicht, dass sie Avalon Mists bezwingen können. Sie hätte auch im großen Derby antreten können, doch dort habe ich ja bereits zwei starke Aspiranten, und ich will mich unbedingt auch mal in die Siegerliste des Arthur-Knauer-Rennens eintragen. Das einzige, was ich mit wünsche, ist ein fairer Verlauf - dann sollte das wohl klappen.“ Gesagt, getan lautete die Vollzugsmeldung um kurz nach 18.30 Uhr.

Fast selbstverständlich lief es nicht so, wie es sich der 40jährige Erfolgscoach gewünscht hatte. Robin Bakker sah keine Veranlassung, in der Startphase Kopf und Kragen zu riskieren und landete prompt lediglich im vierten Paar außen hinter Girlofmanymissions, für die die extrem schwierige Mission - schließlich hatte sie diesen Posten erst nach 500 Metern durch Spur drei beziehen können - nach wenig mehr als einer Runde ruckartig beendet war, Lightning Bo und Laura Vici. An die Spitze war Donna Granata gefegt und hatte die sofortige Anfrage Cahayas um das Zepter rigoros abgelehnt, die daraufhin im Windschatten der Bayerin vor ihrer Trainingsgefährtin Isabella Boshoeve und Intouchable verschwand. Wenn es überhaupt den einen siegbringenden Schachzug gab, geschah der in der langsamsten Phase 1000 Meter vorm Ziel. Bakker polte seine Partnerin auf Attacke, brauste binnen 200 Metern an die Flanke Donna Granatas und hatte umgehend die totale Kontrolle. Drei, vier dezente Handzupfer zu Beginn der Zielgeraden, schon lichteten sich alle Nebel um seine Partnerin, die überlegen davonzog - nur deswegen auf lediglich 1½ Längen, weil ihr Chauffeur sie auf den letzten 50 Metern nur austrudeln ließ und sich lieber herzlicher Grüße ans Publikum befleißigte. Grandios verkaufte sich bei ihrem erst dritten Start Cahaya, die in der internen Stallmeisterschaft zwei Längen vor der viel erfahreneren Isabella Boshoeve blieb. Deutschlands Ehre gegen Oranjes Übermacht rettete die durch einen Reifenschaden gehandicapte Donna Granata um Haaresbreite vor Robbin Bots Intouchable, womit in seltener Eintracht die vier Vorlaufsiegerinnen unter sich blieben - exakt so, wie am Totalisator angeschlagen. Sechs Längen zurück führte Olena den gebeutelten Rest ins Ziel. „Es freut mich besonders für Paul, dass er dieses Rennen gewinnen konnte - mir ist das ja schon 2010 mit Rob de Vliegers Anky Kievitshof gelungen. Ernsthafte Probleme? Die gab’s zu keiner Sekunde“, konstatierte Bakker und war in Gedanken wohl schon beim Sonntag, wo mit Mister F Daag das Double gelingen soll.
Trostlauf für Imax

Lediglich sieben Ladys wollten im Trostlauf um 10.000 Euro ran, aus dem Calamintha und Uptoheaven Diamant dann auch noch mit Attest Valet sagen mussten. Das verbliebene Fünfer-Feld blieb mit Ausnahme von Will Power bis zum Pfosten dicht beisammen, und Lady Star Bo, die der späteren Siegerin Imax zu Beginn der Tribünengeraden die Führung auf dem Silbertablett serviert hatte, musste sogar „Hände voll“ zusehen, wie die ersten drei Prämien ohne ihr Zutun verteilt wurden. Yvonne Wagenaar hielt mit Imax, „die erst im nächsten Jahr richtig gut werden wird“, einen „Hals“ Vorteil gegen Smilla fest, die ein Gespür für die Todesspur hatte und unermüdlich kämpfte. „Daheim werden sie jetzt alle vom Sofa gesprungen sein“, freute sich die Tochter Jan Wagenaars, der in Holland ähnlichen Kultstatus genießt wie hierzulande Heinz Wewering.

Mit einem Favoritensieg ging der Renntag los: Hellboy begann seine Laufbahn wie die Hölle, gab der schwachen Gegnerschaft Start-Ziel den Takt vor und hat als ersten Eintrag 1:16,7 und 17:10 im Fahrtenbuch stehen. „Ein bisschen grün ist der Fuchs noch und bedarf im Rennen besonderer Aufmerksamkeit“, bemerkte „Mr. Hundert Prozent“ Uwe Zevens - es war seine einzige Fuhre bei diesem Meeting. Überhaupt nicht schrecken durch die permanente Todesspur ließ sich für gar nur 12:10 Navy Blue, die mit Alexander Kelm im zweiten Lauf der deutschen Nachwuchsmeisterschaft einsame Klasse war, im schlanken Gang den vierten Erfolg en suite für Besitzerin Sarah Kube markierte und Kelm vor Lisa Hanikirsch und Jan Thirring den Gesamtsieg bescherte.

Dem wollte ihr ebenfalls 2014 geborener Trainingskumpel New Dawn im nach Zahl und Klasse toll besetzten Pokal der Publikumslieblinge nicht nachstehen, der wie die Stute heuer Vieles von dem nachzuholen gedenkt, was er im Vorjahr wegen Krankheit verpasst hat. Von Thorsten Tietz nach 500 Meter an Rebound vorbei in Front dirigiert, regierte der nunmehr siebenfache Saisonsieger wie ein König, ließ seinen äußeren Begleiter Skyfall abblitzen und stiefelte locker in 1:12,7 weit vor den kämpfenden Skyfall, Little Danny und Rebound nach Hause. Nach einer ausgefuchsten Fuhre von Josef Franzl hatte Indigious-Bruder Il Principe am Ende wenig Mühe, Tempomacher Inschallah H und dessen Begleiter Iglesias Boshoeve in die Schranken zu weisen. Durch Mon Amour H ging eine weitere Siegerschleife nach Bayern; Robert Pletschacher profitierte von der aus der Deckung eingesetzten Stute auch von Fehlern der Konkurrenz - von acht Teilnehmern sahen vier die rote Karte.

Echter Männersport kam im an den am 12. Juli 1999 mit dem Auto tödlich verunglückten Gottlieb Jauß erinnernden Memorial in der Klasse bis 50.000 Euro aufs Tapet. Prince of Persia revidierte seine letzten beiden Formen gründlich, stürmte sofort vor Favorit Azimut ins Kommando - und diese Beiden sollten in einem heroischen Gefecht die Plätze eins und zwei unter sich ausmachen. Azimut griff unermüdlich an, der Prinz hatte Antwort um Antwort parat und streckte letztlich seine rote Nase um einen „Hals“ vor seinem braunen Widerpart an die Linie.

Die Vorläufe des martialischen Derbykampfs der Geschlechter litten unter dünnen Starterfeldern. Bei den acht Herren bewies Jörg Hafer taktisches Geschick, legte mit dem sofort in Front gefegten Big Boss As den Schnellgang ein, als Mad World gerade nach einer Runde an seiner Flanke aufgetaucht war, nahm jenem dadurch gründlich den Angriffswind aus den Segeln und setzte sich überlegen ab. Nach Streichung von Super Trader nahmen gar nur sechs Frauen den Kampf um die fünf Finalplätze auf, von denen sich Julia Knoch die Taktik des nunmehr 1.349-fachen Siegers zu eigen machte und mit Napster ebenfalls von vorn alle leicht in Schach hielt. Das Finale wurde nach identischem Muster die Beute des „Bosses“, der nach einer harten Anfangsmassage diesmal bis zum Schluss von Jörg Hafer mächtig bei Laune gehalten werden musste, um sich den unermüdlichen Freedom Fighter sowie Napster vom Leib zu halten.
Bester der „Luxus-Handicapper“ wurde Kleiner Donner, der im Finale stramm vorneweg einen großen Theaterdonner inszenierte. Thomas Panschow ließ den Lets-Go-Sohn aus dem ersten Band nach einem Blitzstart munter kesseln, führte durchweg mit rund 20 Metern und brachte davon drei Längen gegen die spät auf Touren kommenden Iceman Bo und Jilliane nach Hause, was der Toto mit 20fachem Geld entlohnte. Ihren Sensationssieg vom 28. Juli wiederholten Come on Scully und Georg Kowalski, wobei eine gehörige Portion Glück im Spiel war. Erst sprang Favorit Free Bird im Schlussbogen, dann genügte der sich knapp nach Hause raufende Horatio Fortuna nicht in der Gangart und sah nachträglich die blaue Karte.

Youngster erstmals auf dem Prüfstand

Letzter Programmpunkt war praktischerweise unmittelbar vor der Jährlingsauktion das Equine-Auktionsrennen für all jene Zweijährigen, die im Vorjahr auf der Derby-Auktion vorgestellt worden waren. Nach Streichung von Lady Lucie entwickelte das Quintett ein Rennen, das lange Zeit im Zeichen des Duells zwischen Spectacular und Cherry Lady S stand. Als Hugo Langewegs Tempomacher unter dem Druck der Franzl-Stute 200 Meter vorm Ziel sprang, war der erste Fisch geputzt für die im Vorjahr für 90.000 Euro von Marion Jauß ersteigerte Muscle-Hill-Tochter, die nach 1:18,9/1900m erste 5.000 Euro dieser Investition zurückzahlte. Weil auch Jetway Fortuna nach der zweiten Galoppade die rote Karte sah, durfte sich ewig zurück Gerhard Mayrs Jeudi Fortuna vor Venividivici S die zweite Prämie einstecken.
Die schmalen Felder dürften ursächlich dafür gewesen sein, dass der Umsatz um 13.000 Euro oder rund drei Prozent unter jenem des Vorjahrs blieb.

Umsatz bei 14 Rennen: 434.244,54 Euro (incl. 204.450,74 Euro Außenumsatz)

Volltext nach Login