Le Matin

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Bruno-Cassirer-Rennen 2018

Wie so viele der höher dotierten Prüfungen dieses Meetings wanderte das sich inzwischen nur noch an Stuten bis 20.000 Euro Gewinnsumme richtende Bruno-Cassirer-Rennen, mit dem Mariendorfs Retter und langjährigem Präsidenten gedacht wird, in die Niederlande. Es war jedoch nicht die in Vor- wie Endlauf gleichermaßen angepriesene Hindy Heikant, die Lorbeeren samt 10.000 Euro Prämie einstrich; ihr nützten im Finale auch veränderter Beschlag und Zäumung nichts, denn ohne Biss landete die Langeweg-Stute nur auf dem achten und letzten Platz. Umso besser lief es für Gian Luca Pasel, die ihr anspruchsvolles Meeting-Programm vor einer Woche mit einem leichten Sieg begonnen hatte - an jenem Tag hatte Michael Nimczyk im Sulky gesessen - und sich als harte Nuss erwies. Ein gerüttelt’ Maß „Schuld“ daran, dass Rudi Haller mit Vorlaufsiegerin Sotchi Santana, die nach wenigen Metern die Führung von der springenden Velvet Affair geerbt hatte, nicht nach Hause kam, trug Jaap van Rijn, der zum x-ten Mal zeigte, warum er einer der meistgebuchten Catchdriver unseres Nachbarlandes ist. Der 23jährige installierte die bullige Braune sofort hinter der Bayerin, „und dann hatte ich das Glück, dass es Rudi Haller nicht allzu langsam machte. Eine explosive Speedrakete ist meine Stute nämlich nicht. Ist das Tempo jedoch gleichmäßig hoch, kann sie ihre gewaltige Stamina einbringen.“ Der Rest ist leicht erzählt: Als Arendelle, der Siegerin des zweiten Vorlaufs, an der letzten Ecke in der Todesspur allmählich die Luft ausging, war der Ausstieg aus dem Gefängnis wenig später da, den van Rijn eiskalt und dankend annahm. Der Rest war reine Spielerei für die Majestic-Son-Tochter aus dem Quartier Marcel Haubers, die sich ganz leicht durchsetzte. Den Raum, den sie innen schaffte, nutzte Franz-Josef Stamer mit seiner direkt hinter ihr liegenden Nelly Pepper zu Platz drei vor der aus dem Windschatten Arendelles mächtig auf Touren kommenden C’est La Vie C.
Wie so viele der höher dotierten Prüfungen dieses Meetings wanderte das sich inzwischen nur noch an Stuten bis 20.000 Euro Gewinnsumme richtende Bruno-Cassirer-Rennen, mit dem Mariendorfs Retter und langjährigem Präsidenten gedacht wird, in die Niederlande. Es war jedoch nicht die in Vor- wie Endlauf gleichermaßen angepriesene Hindy Heikant, die Lorbeeren samt 10.000 Euro Prämie einstrich; ihr nützten im Finale auch veränderter Beschlag und Zäumung nichts, denn ohne Biss landete die Langeweg-Stute nur auf dem achten und letzten Platz. Umso besser lief es für Gian Luca Pasel, die ihr anspruchsvolles Meeting-Programm vor einer Woche mit einem leichten Sieg begonnen hatte - an jenem Tag hatte Michael Nimczyk im Sulky gesessen - und sich als harte Nuss erwies. Ein gerüttelt’ Maß „Schuld“ daran, dass Rudi Haller mit Vorlaufsiegerin Sotchi Santana, die nach wenigen Metern die Führung von der springenden Velvet Affair geerbt hatte, nicht nach Hause kam, trug Jaap van Rijn, der zum x-ten Mal zeigte, warum er einer der meistgebuchten Catchdriver unseres Nachbarlandes ist. Der 23jährige installierte die bullige Braune sofort hinter der Bayerin, „und dann hatte ich das Glück, dass es Rudi Haller nicht allzu langsam machte. Eine explosive Speedrakete ist meine Stute nämlich nicht. Ist das Tempo jedoch gleichmäßig hoch, kann sie ihre gewaltige Stamina einbringen.“ Der Rest ist leicht erzählt: Als Arendelle, der Siegerin des zweiten Vorlaufs, an der letzten Ecke in der Todesspur allmählich die Luft ausging, war der Ausstieg aus dem Gefängnis wenig später da, den van Rijn eiskalt und dankend annahm. Der Rest war reine Spielerei für die Majestic-Son-Tochter aus dem Quartier Marcel Haubers, die sich ganz leicht durchsetzte. Den Raum, den sie innen schaffte, nutzte Franz-Josef Stamer mit seiner direkt hinter ihr liegenden Nelly Pepper zu Platz drei vor der aus dem Windschatten Arendelles mächtig auf Touren kommenden C’est La Vie C.
Vielleicht fiel eine gewisse Vorentscheidung zugunsten der „Erstbändler“ bereits vor dem 1. Vorlauf, der extrem unter der Absage von vier Teilnehmerinnen litt. Das verbliebene Quartett war somit schon vorab für den Endlauf qualifiziert, und so entwickelte sich ein gemütlicher, Kräfte sparender Gänsemarsch, aus dem lediglich Gian Luca Pasel nach einer Runde ausbrach. Doch auch sie vermochte Sotchi Santana nicht zu kippen, hinter der Rudi Haller einen ruhigen Nachmittag verbrachte, schwer darauf erpicht war, Velvet Affair nicht aus der Falle entfleuchen zu lassen und deshalb durch die Niederländerin doch noch etwas in die Bredouille geriet.

Wesentlich mehr Schwung war auch in Vorlauf 2 nicht drin, in dem Michael Nimczyk sich mit Arendelle früh gegen Friday Fortua durchsetzte, anschließend die Fahrt stark drosseln durfte und auf dem rasanten letzten Abschnitt den aus der zweiten Außenposition angesetzten Schlussangriff von Favoritin Hindy Heikant locker ins Leere laufen ließ. Nelly Pepper, die sich einen Startgalopp leistende Good Girl As und C’est La Vie C, die den Gänsemarsch nach 900 Metern aufgebrochen hatte, begleiteten dieses Duo ins Finale.

„Take five“ für den Goldhelm

Im den heißen Renntag eröffnenden Trabreiten musste Ronja Walter trotz des gewohnten Blitzstarts mit Garry über eine Niederlage quittieren und noch ein bisschen auf ihren 100. Sieg warten. Obwohl er sofort dem 20 Meter voraus wie ein Wiesel vom Start gefegten Ciao Amore im Nacken saß - wobei es bei beiden schwer nach einem zu frühen Durchreiten des Bandes roch -, vermochten sie den Bayern nicht aus den Angeln zu heben. Sina Baruffolo, für die es während der Derby-Meetings im Monté stets besonders gut läuft, hatte die Fäden, die in diesem Falle Zügel waren, felsenfest in der Hand.

Das Mittelstück der Veranstaltung bildeten vier nach Frankreich übertragene PMU-Rennen, in deren erstem der kurzfristig aus Schweden an die Spree beorderte diffizile Hector Boko mit Dennis Spangenberg aus der Frontlage in einem einsamen Duell weit vor dem Rest Kentucky Bo in Schach hielt und in der Klasse bis 12.000 Euro Gewinnsumme mit der Tagesbestzeit von 1:12,5 ein deutliches Ausrufungszeichen setzte, welche Zeiten auf der gut präparierten Piste möglich waren. Im wenig ansehnlichen „Trotteur-Français-Match“, in dem vier der zwölf Teilnehmer das Klassenziel nicht erreichten und drei nach einer Runde stehend KO waren, profitierte Diego du Bellay von einem Katapultstart, der schwer nach Fehlstart roch. Michael Nimczyk gab den einmal ergatterten Vorteil gegen Baliverne Buroise und Brandy Hornline nicht mal ansatzweise aus der Hand, womit das Ergebnis vom 27. Juli fast punktgenau wiederholt wurde. Nach identisch simplem Rezept - sofort die Führung schnappen, ungestraft bummeln und sie am Ende nicht mehr hergeben - holte sich Dennis Spangenberg über den 2500 Meter weiten Weg mit Fire Lane ganz bequem gegen Libero den Derby-Pokal der Steher. Danach war wieder Michael Nimczyk angesagt, der die 11:10-Bank Hercules Petnic zum vierten Mal in Folge souverän verwandelte, womit Gold- und Silberhelm sich die PMU-Beute schiedlich-friedlich teilten.

Nur drei Gespanne erreichten im 8. Rennen ohne Beanstandungen das Ziel, wobei Daniel Wagners Online PS davon profitierte, dass der führende Windhund unter zunehmendem Druck Hamilton SRs im Schlussbogen im Galopp die Segel strich und es seinem Quälgeist 100 Meter vorm Ziel durch Online PS ähnlich erging. Windhunds Lapsus bügelte Rudi Haller umgehend aus. Über die englische Meile flog Shakira CH mit vollem Risiko in Front und widerstand der Attacke ihres steten Schattens Flavio As in erstklassigen 1:13,3, womit die Fuchsstute ihre Bestmarke um 2,9 Sekunden verbesserte.

Nachdem Sina Baruffolo mit Stall Aleos Janus R.A. auch ihr zweites Engagement, diesmal im Sulky, mit viel taktischer Übersicht und einigen Rochaden in einen Sieg umgemünzt hatte - durch den lange führenden Fittipaldi gab’s gar einen Berliner Doppelschlag -, war es erneut dem siegeshungrigen Michael Nimczyk mit seiner Superstute Goldy Stardust vorbehalten, einen Glanzpunkt zu setzen. Wie die bei 10:10 wie Wasser gewettete Stute sich auf den finalen 300 Metern des Marathon-Pokals über die bis 1978 gültige Derby-Distanz von 3200 Metern O’Sunday zur Brust nahm, der seinerseits 600 Meter vorm Ziel den bis dahin konsequent führenden Gobelin abserviert hatte, war schlichtweg eine Augenweide. „Sie ist ein Pferd, wie man es sich besser nicht wünschen kann - angenehm zu fahren und mental enorm stark. Heute hat sie wieder alles von allein gemacht und spielerisch gewonnen“, räsonierte der Goldhelm staunend über die Fünfjährige, die von 18 Starts überhaupt erst vier nicht gewonnen hat. Und weil er so richtig in Schwung war, machte er im letzten Rennen mit der Debütantin Idol, die bis auf ein kurzes Intermezzo zu Beginn mit Hayanni TS das Zepter schwang, in toller Manier den Deckel drauf und wurde mit diesem Fünfer-Pack ein weiteres Mal zum Mann des Tages.

Eine kleine Bremsspur nach den Steigerungen der letzten Tage gibt’s von der Umsatzfront zu vermelden. Mit 345.320 Euro wurde quasi eine Punktlandung im Vergleich zum Vorjahr hingelegt, in dem 2.000 Euro weniger an den Kassen gedreht worden waren.

Umsatz bei 13 Rennen: 345.320,14 Euro (incl. 169.138,44 Euro Außenumsatz)
Umsatz PMU-Rennen (Rennen 4 bis 7) in Frankreich: 1.091.229 Euro Foto Marius Schwarz.jpg

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