Le Matin

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HATUN-SÜRÜCÜ-PREIS 2018

Die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen im Abgeordnetenhaus hat am Freitagabend, 2. Februar 2018, zum sechsten mal drei Berliner Projekte und Initiativen mit dem Hatun-Sürücü-Preis ausgezeichnet.

Mit dem grünen Preis für die Förderung der Selbstbestimmung von Mädchen und Frauen rücken wir die Menschen in den Vordergrund, die sich oft im Stillen, aber mit Tatkraft und viel Herz für die Selbstbestimmung von Mädchen und jungen Frauen engagieren. Ihnen gilt unser Dank. Zugleich erinnern wir mit dem Preis an Hatun Sürücü, die am 7. Februar 2005 von einem ihrer Brüder ermordet wurde, weil sie ihr Leben selbstbestimmt und frei führen wollte. Die drei diesjährigen Preisträger*innen zeigen, wie vielfältig das Engagement aussehen kann:
Die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen im Abgeordnetenhaus hat am Freitagabend, 2. Februar 2018, zum sechsten mal drei Berliner Projekte und Initiativen mit dem Hatun-Sürücü-Preis ausgezeichnet.

Mit dem grünen Preis für die Förderung der Selbstbestimmung von Mädchen und Frauen rücken wir die Menschen in den Vordergrund, die sich oft im Stillen, aber mit Tatkraft und viel Herz für die Selbstbestimmung von Mädchen und jungen Frauen engagieren. Ihnen gilt unser Dank. Zugleich erinnern wir mit dem Preis an Hatun Sürücü, die am 7. Februar 2005 von einem ihrer Brüder ermordet wurde, weil sie ihr Leben selbstbestimmt und frei führen wollte. Die drei diesjährigen Preisträger*innen zeigen, wie vielfältig das Engagement aussehen kann:

GRÜNE FRAKTION ZEICHNET ENGAGEMENT FÜR MÄDCHEN UND FRAUEN AUS

1. PREIS: DONYA – TRANSKULTURELLE MÄDCHEN WG
(500 Euro; gestiftet von Dr. Anne Schurbohm)

In der 2008 gegründeten transkulturellen Wohngruppe leben neun Mädchen zwischen 12 und 18 Jahren. Die Jugendlichen haben in ihren Familien Gewalt oder Vernachlässigung erfahren oder stecken in Konfliktsituationen, die sie alleine nicht lösen können. Auch allein geflüchtete Minderjährige wohnen in der Wohngemeinschaft. Bei DonyA haben sie rund um die Uhr eine Ansprechpartnerin. Zusammen mit den Mitarbeiterinnen, die aufgrund ihrer eigenen Migrationsbiografie einen tieferen Einblick in die Lebensrealitäten der Mädchen haben, erarbeiten sie sich einen Weg in ein selbstbestimmtes Leben in der Gesellschaft. Jedes der Mädchen und jede junge Frau wird hier als einzigartiger Mensch mit seiner Geschichte, mit ganz persönlichen Bedürfnissen, Wünschen und Fähigkeiten wahrgenommen und gefördert. Da die Aufenthalte aus den Mitteln der Jugendhilfe finanziert werden, ist das Projekt für Aktivitäten wie z.B. Ausflüge auf Spenden angewiesen.


2. PREIS: VON MEISTERHAND e.V.
(300 Euro; gestiftet von Friesa Fastie)

Der Verein für Integration, Bildung und Kunsthandwerk „Von Meisterhand e.V.“ arbeitet seit 2012 mit dem Ziel, arbeitslosen Migrantinnen nachhaltige Zukunftsperspektiven zu eröffnen. Durch die Förderung ihrer Talente und Fähigkeiten in hochkomplexen Häkel- und Knüpftechniken erfahren sie Anerkennung und Bewunderung und erleben, dass daraus auch eine wirtschaftliche Unabhängigkeit entstehen kann. Weiterhin bietet der Verein kostenlosen Deutschunterricht und Yogakurse für die teilnehmenden Frauen an und unterstützt sie bei der Bewältigung von Problemen wie z.B. Behördengänge. Durch die Teilnahme an den Angeboten erlangen die Frauen ein gestärktes Selbstbewusstsein, durch diese positiven Auswirkungen werden auch die Kinder der Frauen gestärkt. Der Verein finanziert sich zur Zeit ausschließlich durch Spenden und Mitgliedsbeiträge.


3. PREIS: SCHILLERIA GIRLSCLUB
(200 Euro; gestiftet von Barbara Binek )

Der Schilleria Girlsclub bietet Mädchen und jungen Frauen im Alter von 7 bis 19 Jahren unter dem Motto „ Alle sind anders – alle sind gleich“ Freizeitangebote im Neuköllner Schillerkiez. Seit 2002 treffen sich hier täglich 20 bis 25 Besucherinnen, die an Theater- Rap-, Tanz- und Graffiti-Workshops teilnehmen. Auch Bildungsworkshops und Hausaufgabenhilfe gehören zum Angebot, Empowerment- und Gewaltprävention werden bei der Schilleria groß geschrieben. Ende vergangenen Jahres zeigte sich in besonderem Maße, wie sehr die Mädchen und jungen Frauen des Kiezes sich mit der Schilleria verbunden fühlen. Nach der drohenden Schließung des Clubs aufgrund von Mieterhöhungen, brachten sie ihre Empörung im Kampf gegen Gentrifizierung lautstark durch kreative Öffentlichkeitsarbeit zum Ausdruck. Die Schilleria wird vom Jugendamt Neukölln finanziert.

DIE JURY 2018

Die Preisträgerinnen und -träger wurden von einer fünfköpfigen Jury ausgewählt. Wir freuen uns sehr, dass wir in diesem Jahr Margarete Stokowski, Ilknur Gümüs und Dotschy Reinhardt als Jurorinnen gewinnen konnten:

Margarete Stokowski, Journalistin, ist in Neukölln aufgewachsen und hat Philosophie und Sozialwissenschaften studiert. Ihre Abschlussarbeit schrieb sie über Simone de Beauvoir, seitdem arbeitet sie als freie Autorin für verschiedene Zeitungen und Magazine. Drei Jahre schrieb sie die feministische Kolumne "Luft und Liebe" in der "taz", seit 2015 ist die Kolumnistin bei Spiegel Online. Im letzten Jahr erschien ihr erstes Buch „Untenrum frei“.

Ilknur Gümüs, Gründerin und Vorstandsmitglied des Interkulturellen Beratungs- und Begegnungs-Centrums e.V. (IBBC e.V.), bietet seit 2005 verschiedene Qualifikationen und Berufsvorbereitungen an. Auch interkulturelle Trainings und Beratungen gehören zum Angebot der Einrichtung, welche Teil des „Bündnis Neukölln“ ist. Außerdem hat Gümüs Mina - Leben in Vielfalt e.V. mitgegründet. Der Verein unterstützt Familien mit Zuwanderungsgeschichte, die Kinder und Angehörige mit Behinderung haben.

Dotschy Reinhardt, Jazzmusikerin, begann bereits im Alter von vier Jahren zu singen. Sie hat drei Alben veröffentlicht und zwei Bücher über die Gypsy-Kultur geschrieben. In diesen stellt sie dar, wie sich Sinti und Roma selbstbewusst gegen Ausgrenzung und die Aneignung ihrer Kultur behaupten. Seit 2016 ist Reinhardt Vorsitzende des Landesrats der Roma und Sinti, RomnoKher Berlin-Brandenburg e.V. und aktives SPD-Mitglied.

In der Jury sitzen zudem für die Grünen-Fraktion:

Anja Kofbinger, Sprecherin für Frauen-, Gleichstellungs- und Queerpolitik
Susanna Kahlefeld, Sprecherin für Partizipation und Beteiligung

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