Le Matin

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Montblanc de la Culture Arts Patronage Award 2017

Als wesentlicher Bestandteil jeder blühenden Gesellschaft bereichert die Kunst den Geist und inspiriert die Betrachter durch neue kreative Konzepte. Allerdings brauchen die jungen oder aufstrebenden Künstler Unterstützung, um ihre innovativen und anregenden Ideen umsetzen zu können. Durch das finanzielle und persönliche Engagement einer kleinen Anzahl begeisterter Menschen, die den Einfluss der Kunst zu schätzen wissen, erhalten viele Künstler die Möglichkeit, neue künstlerische Perspektiven zu entwerfen, zu schaffen und zu teilen. Im Gegensatz zu vielen Preisen, die die Arbeit und die Kreativität von Künstlern wie bildenden Künstlern, Musikern, Darstellern, Filmemachern oder Choreographen würdigen, rücken die Montblanc de la Culture Arts Patronage Awards ganz unkonventionell die weltweit engagiertesten Kunstmäzene in den Fokus. Dank ihrer Unterstützung werden Kunstprojekte und kulturelle Initiativen von jungen Künstlern einem breiteren Publikum zugänglich. Der Preis wird in diesem Jahr zum 26. Mal verliehen. Die Preisträger stammen aus 17 verschiedenen Ländern, darunter zum ersten Mal auch aus Bangladesch – eine Anerkennung der Kunstförderung in der Region Naher Osten, Indien und Afrika.

 

Die 26. Ausgabe der Montblanc de la Culture Arts Patronage Awards würdigt moderne Kunstmäzene in 17 verschiedenen Ländern, darunter zum ersten Mal einen Preisträger aus dem Nahen Osten

„Durch ihren Ursprung in der Schreibkultur, einem der Grundpfeiler der menschlichen Zivilisation, weiß die Marke Montblanc seit ihren Anfängen die Kunst und Kultur als bedeutenden Bestandteil jeder blühenden Gemeinschaft zu schätzen, um neue Perspektiven zu ermöglichen“, sagt Jens Henning Koch, Vorstandsmitglied der Montblanc Cultural Foundation. „Auch wenn es zunächst unkonventionell erschien, moderne Kunstmäzene zu würdigen, hat der Montblanc de la Culture Arts Patronage Award an Renommee gewonnen und gehört mittlerweile zu den großen jährlichen Events der weltweiten Kunstszene.“ Die Preisträger der 26. Ausgabe, die aus 17 verschiedenen Ländern kommen, dürfen sich in einem Atemzug nennen mit dem Prinzen von Wales, dem britischen Dirigenten Sir Simon Rattle, dem italienischen Architekten Renzo Piano und der japanischen Künstlerin Yoko Ono. Zu den Ländern, in denen der Montblanc de la Culture Arts Patronage Award 2017 vergeben wird, gehören Brasilien, China, Kolumbien, Frankreich, Deutschland, Griechenland, Hongkong, Italien, Japan, Korea, Mexiko, Russland, Spanien, die Schweiz, das Vereinigte Königreich und die USA sowie zum ersten Mal Bangladesch, um die Kunstförderung von aufstrebenden Kunstszenen in Ländern in den Blickpunkt zu rücken, in denen die Unterstützung noch nicht sehr ausgeprägt ist. Jedes Jahr stellt die Montblanc Cultural Foundation eine internationale Jury zusammen. Diese besteht aus den größten Kennern und modernsten kreativen Köpfen der Welt, die in der Montblanc Cultural Foundation vereint sind, um die Kandidaten zu bewerten. Entscheidend für die Wahl der Gewinner sind ihr persönliches Engagement für die Kunst und ihre Unterstützung der Arbeit junger und aufstrebender Künstler sowie ihr Bestreben, kulturelle Projekte und insbesondere die Arbeit der jungen und aufstrebenden Künstler einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich zu machen. In diesem Jahr setzt sich die Jury aus 44 Mitgliedern zusammen, die aus allen Ländern stammen, die an der Preisverleihung teilnehmen. Jedes Jurymitglied darf über die Nominierten aus jedem Land, darunter seinem eigenen, abstimmen.

Jedes Jahr ehrt Montblanc einen historischen Kunstförderer mit einem Schreibgerät in limitierter Edition. Die Patron of Art Limited Edition 2017 ist vom herausragenden Vermächtnis von Scipione Borghese inspiriert, dem italienischen Kardinal, der als einer der größten Mäzene und Sammler der römischen Barockkunst des 17. Jahrhunderts gilt. Dank der Finanzkraft des Papsttums seines Onkels und seiner wohlhabenden römischen Familie förderte Scipione Borghese großzügig die Kunst, um Künstler wie Caravaggio und Bernini zu unterstützen, und stellte eine der kostbarsten und bedeutendsten Kunstsammlungen in Europa zusammen. Verschiedene Exponate der Sammlung werden heute in den renommiertesten Museen der Welt gezeigt, darunter im Louvre in Paris, im Windsor Castle in der Nähe von London und in der Villa Borghese in Rom. Der üppige Dekor und die Meisterwerke aus der Galleria Borghese dienten als Inspiration für die Montblanc Patron of Art Homage to Scipione Borghese Limited Editions 4810 und 888. Der Korpus aus Granit erinnert an die bunten Marmorböden der prachtvollen Räume, und die geprägten Muster auf dem Schreibgerät sind historischen Motiven der berühmten Borghesischen Vase nachempfunden. Der zweigartige Clip mit einem tropfenförmigen Rauchquarz bildet eine Hommage an die wunderschönen Landschaftsgärten der Villa mit Pinien, Grotten, Brunnen und romantischen Ecken. Die teilweise rutheniumbeschichtete Feder aus massivem 750er Gold ist mit einer Gravur verziert, die das Wappen der großen römischen Familie des Mäzens zeigt. Bei den in den jeweiligen Ländern stattfindenden Montblanc de la Culture Veranstaltungen wird den Gewinnern eine Patron of Art Limited Edition 4810 mit persönlicher Federgravur überreicht. Sie ist in eine Trophäe aus sandgestrahltem Edelstahl eingebettet, die ein Motiv mit Engelsflügeln ziert, das symbolisch für die Rolle des Mäzens beim Schutz und der Förderung der kreativen künstlerischen Projekte steht. Jeder Gewinner darf sich über ein Preisgeld von 15.000 Euro freuen, das er einer Kunststiftung oder einem Kunstprojekt seiner Wahl spendet. Im Laufe der Jahre wurden bereits knapp 250 Projekte auf der ganzen Welt mit über 4 Millionen Euro aus dem Montblanc de la Culture Arts Patronage Award unterstützt.

Die Preisträger der Montblanc de la Culture Patronage Awards 2017: Solange Farkas (Brasilien) wird für ihre Arbeit mit der Associação Cultural Videobrasil ausgezeichnet. Als Gründerin und leitende Kuratorin des internationalen Festivals für zeitgenössische Kunst Sesc_Videobrasil hat sie den Bekanntheitsgrad der Veranstaltung erhöht, die zu einem führenden Event für die Schaffung von Kunst auf der geopolitischen Südhalbkugel avanciert ist. Solange Farkas lud internationale Größen der Kunstszene wie Bill Viola, Gary Hill, Marina Abramovic, Olafur Eliasson und Peter Greenaway nach Brasilien ein. Neben den Ausstellungen, die während des Festivals stattfanden, kuratierte sie ebenfalls Ausstellungen von Künstlern wie Sophie Calle (Take Care of Yourself, 2009) und Joseph Beuys (We Are the Revolution, 2010). 2012 war sie als Kuratorin für die Ausstellung Geopoetics des Briten Isaac Julien im Sesc Pompeia in São Paulo tätig. Zu den Höhepunkten der Karriere von Solange Farkas gehört ihre kuratorische Mitarbeit an der 10. Sharjah Biennial (Vereinigte Arabische Emirate, 2011), an der 16. Cerveira Biennial (Portugal, 2011), an der 5. Videozone: International Video Art Biennial (Israel, 2010), an der FUSO – Mostra Anual de Videoarte (Portugal, 2011 und 2013) und am 6. Jakarta International Video Festival (Indonesien, 2013). Als Direktorin und leitende Kuratorin des Museu de Arte Moderna da Bahia von 2007 bis 2010 organisierte sie Ausstellungen von Künstlern wie Bob Wolfenson, Carlito Carvalhosa, Chelpa Ferro, Claudia Andujar, Tatiana Blass und Thomaz Farkas. 2015 wurde sie Mitglied des Ausschusses des UN Live Museum, the Museum for Humanity der Vereinten Nationen; der Preisjury der 10ème Rencontres de Bamako, der afrikanischen Biennale für Fotografie; und des Seminars Media in Transition, das von der Tate Modern in Zusammenarbeit mit dem Getty Conservation Institute, Getty Research und mit Unterstützung New Art Trust organisiert wird.

Bernar Vernet (Frankreich) erhält die Auszeichnung in Anerkennung seiner Leidenschaft für minimalistische und abstrakte Kunst und deren Verbreitung im Rahmen der Fondation Venet. Neben der Installation einer Skulptur am Times Square im Jahr 2016 durfte sich der Künstler Bernar Venet im selben Jahr ebenfalls über die Verleihung des Lifetime Achievement Award for Sculpture freuen – er ist der erste Franzose, dem diese Ehre zuteil wurde. Zwei Jahre zuvor hatte er gemeinsam mit seiner Frau Diane im südfranzösische Le Muy die Fondation Venet eröffnet. Die beiden verwandelten den Landsitz, den sie als „komplettes Kunstwerk“ konzipiert haben, in einen Ort, der der Kunst der vergangenen 25 Jahre gewidmet ist. Heute werden dort nicht nur die Kunstwerke des Bildhauers ausgestellt, sondern auch Unikate aus seiner Privatsammlung von Donald Judd, Richard Serra, Sol LeWitt, Robert Morris, François Morellet, James Turrell uvm. Im Skulpturenpark und in den Ausstellungsräumen sind legendäre Werke der minimalistischen und konzeptuellen Kunst zu sehen: „Die Fondation Venet ist ein Projekt, an dessen Entstehung der Künstler lange gearbeitet hat. Sie bildet den Höhepunkt von über 50 Jahren künstlerischer Schaffenskraft, gemeinsamen Projekten und Austauschen mit bedeutenden französischen und internationalen Künstlern, die mittlerweile zu Bernar Venets Freundeskreis gehören. Ziel der Fondation Venet ist, den Ort zu bewahren, die Kollektion zu pflegen, einzigartige Kunstinstallationen zu kuratieren und zu zeigen sowie sicherzustellen, dass die Arbeit von Bernar Venet auch nach seinem Tode weiterlebt.“

Dr. Corinne Flick (Deutschland) wird für ihre Arbeit als Gründerin und Vorsitzende der Convoco Stiftung geehrt. Die Convoco Denker-Plattform ist ein von ihr eingerichtetes einzigartiges Forum, das insbesondere einen freien und interdisziplinären Ideenaustausch fördert. Ziel ist es, die Kultur und Wissenschaft verstärkt in den Blick der Öffentlichkeit zu rücken. Zu diesem Zweck finden jedes Jahr eine zweitägige Konferenz in Salzburg sowie Lesungen in Berlin und London statt. Besondere Aufmerksamkeit gilt dem jährlichen Künstlergespräch, wenn Hans Ulrich Obrist einen Künstler über das jährliche Thema befragt – 2017 dreht sich alles um das Allgemeinwohl im 21. Jahrhundert. Das erklärte Ziel von Convoco ist „das Glück, zufällig glückliche und unerwartete Entdeckungen zu machen“, erklärt Corinne Flick. „Keine Disziplin kann allein neue Lösungen für Problematiken finden. Erst die Zusammenkunft führt zu neuen kreativen Ideen. Dazu gehören selbstverständlich auch Menschen aus der Kunstwelt!“ Bereits ihr ganzes Leben fühlt sie sich der Kunst eng verbunden und sammelt leidenschaftlich zeitgenössische Kunstwerke, insbesondere Zeichnungen. Mit ihrem Ehemann kuratiert sie eine der umfassendsten Privatsammlungen alter Meister. Bis vor Kurzem war sie ebenfalls Vorsitzende des Kuratoriums des Aspen Institute Deutschland. Sie ist Mitgründerin der Förderer und Freunde der Bayerischen Staatsbibliothek in München, Mitglied des Exekutivkomitees im International Council der Tate Gallery in London sowie International Fellow im Whitney Museum of American Art in New York. Seite 8 Montblanc de la Culture Arts Patronage Award | Kunst & Kultur

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