Le Matin

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THOMAS STRITTMATTER PREIS 2017

Die Autorin Nora Fingscheidt hat den mit 20.000 Euro dotierten Thomas Strittmatter Preis der MFG Filmförderung Baden-Württemberg für ihr Drehbuch „Systemsprenger“ gewonnen. Die Entscheidung für "Systemsprenger" unter drei nominierten Stoffen wurde von einer vierköpfigen Jury unter Leitung der Schauspielerin und Regisseurin Maria Schrader getroffen. Der zum 19. Mal vergebene Thomas Strittmatter Preis zeichnet während der Berlinale qualitativ hochwertige, noch unverfilmte Fernseh- oder Kino-Drehbücher aus. Von der Qualität des Werkes konnten sich die über 300 Gäste der feierlichen Preisübergabe in der Berliner Landesvertretung Baden-Württemberg überzeugen.
Petra Olschowski, Staatssekretärin im Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg: „Der baden-württembergische Thomas Strittmatter Preis ist nicht nur ein Qualitätssiegel, sondern durch sein Renommee auch die beste Voraussetzung dafür, dass ein anspruchsvolles Drehbuch später tatsächlich verfilmt wird. Hinter jedem erfolgreichen Film stehen einzelne Menschen - deshalb ist es wichtig, dass dieser Preis Künstlerinnen und Künstler in den Fokus rückt.“
MFG-Geschäftsführer Carl Bergengruen ergänzte: „Ich gratuliere der Jury zu dieser Entscheidung. Dem Drehbuch "Systemsprenger" über die verlorene Kindheit eines schwer aggressionsgestörten Heimkindes gelingt ein zutiefst berührendes Porträt an den Abgründen unserer Gesellschaft."

 

THOMAS STRITTMATTER PREIS 2017 an Nora Fingscheidt für „Systemsprenger“

Benni (9) heißt eigentlich Bernadette, aber wehe, jemand nennt sie so! Das dünne Mädchen mit der wilden Energie ist das, was man im Jugendamt einen "Systemsprenger" nennt. Wo sie hinkommt, fliegt sie wieder raus. Mehr als fünfzehn Einrichtungen hat Benni schon durch, dabei will sie nur eins: wieder bei Mama wohnen. Doch Bianca hat Angst vor ihrer eigenen Tochter ...
Das Drama der Regie-Absolventin der Filmakademie Baden-Württemberg Nora Fingscheidt soll nach ihrem Diplom-Dokumentarfilm „Ohne diese Welt“ das Spielfilmdebüt der Regisseurin werden, das sie zusammen mit der kineo Filmproduktion realisieren möchte.
Aus der Jurybegründung: „Es ist erstaunlich, wie feinsinnig die Autorin Nora Fingscheidt dieses Sozialdrama in einer Komplexität und Nähe zu den Figuren erzählt, die uns berührt und mitdenken lässt. Ohne Pop-Psychologismus erfahren wir vom ungewöhnlichen Ringen und Scheitern der Sozialarbeiter um die neunjährige Benni."
Aus vierzig Einreichungen, die von den Juroren in anonymisierter Fassung gelesen wurden, waren neben „Systemsprenger“ zwei weitere Drehbücher nominiert: „Die Reise des Elefanten Soliman“ von Juliette Alfonsi und Matthias Drescher und „Kids Run“ von Barbara Ott. Bereits die Nominierungen sind mit einem Preisgeld von 2.500 Euro verbunden.
Unter dem Vorsitz von Maria Schrader (Regisseurin u.a. von „Vor der Morgenröte“ und Schauspielerin, zuletzt in „Hanni und Nanni“) gehörten Julia Franck, (Romanautorin, u.a. „Die Mittagsfrau“), Till Endemann (Regisseur, u.a. des ARD-Zweiteilers „Das Programm") und Dirk Kummer (Drehbuchautor/Regisseur, aktuell „Zuckersand“) der diesjährigen Jury an.
Bisher wurden bereits 14 der preisgekrönten sowie 22 der nominierten Drehbücher verfilmt. Hierzu zählen unter anderem „Es kommt der Tag“ von Susanne Schneider“, „Festung“ von Nicole Armbruster, „Im Zweifel“ von Aelrun Goette nach dem nominierten Buch von Dorothee Schön, sowie der Film „Die Reste meines Lebens“ von Julia C. Kaiser und Jens Wischnewski, der beim diesjährigen Max Ophüls Preis mit dem Fritz-Raff-Drehbuchpreis sowie dem Preis der Jugendjury ausgezeichnet wurde. Aktuell im Kino läuft der Preisträgerstoff aus dem Jahr 2013 „Die Blumen von gestern“ von Chris Kraus, der sich bisher über mehr als 100.000 Zuschauer freuen kann.

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